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Jürgen Kasten, Jeanpaul Goergen (Hg.): Henny Porten – Gretchen und Germania. Neue Studien über den ersten deutschen Filmstar

Filmblatt-Schriften 7

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Henny Porten (1890-1960) verkörperte wie kaum eine andere Schauspielerin das populäre Bild der deutschen Frau. Ihre Filme und Figurenkonzepte kreisen oft um weibliche Fürsorge und Opferbereitschaft und spiegeln darin soziale Leitbilder, die weit ins 20. Jahrhundert ragen. Zwischen 1906 und 1955 wirkte sie in mehr als 100 Filmen mit, die spannende Einblicke in die Ästhetik des deutschen Genrekinos erlauben.
Die Filmhistoriker Horst Claus, Jeanpaul Goergen, Jürgen Kasten, Martin Loiperdinger und Philipp Stiasny untersuchen Henny Portens Rollenbilder in wiederentdeckten Filmdramen und Komödien aus den Jahren 1911 bis 1928. Sie behandeln ihren emotionsbetonten Schauspielstil und dessen Darstellungsmittel ebenso wie die Produktionsgeschichte, populäre Dramatik und Ikonografie der Filme. Der Band versteht sich als Beitrag zur Geschichte deutscher Filmstars und möchte auf der Grundlage eines erweiterten Filmkanons zur Neubewertung des heute weitgehend vergessenen ersten deutschen Filmidols anregen.

ISSN 1610-4048 / ISBN 978-3-936774-07-8 / 184 Seiten / Abbildungen / € 15,00

Inhalt

 

Ursula von Keitz: Vorwort [7]

 

Jürgen Kasten: Einleitung. Henny Porten – Zur Wiederentdeckung des ersten deutschen Filmstars [9]

 

Martin Loiperdinger: MÜTTER, VERZAGET NICHT! Ein Auftragsfilm mit Henny Porten zum Hilfstag für Mutter und Kind 1911 [19] – Anhang: Die Kinematographie im Dienste der Mutter- und Säuglingsfürsorge (1912) [44]

 

Jeanpaul Goergen: Frauenverblödung, demagogisches Rührstück, Reglementierung des Mannes? Deutungen von Henny Portens Rolle im sozialen Drama TRAGÖDIE EINES STREIKS (1911) [47]

 

Philipp Stiasny: Henny holt die Hosen raus. Die Heimatfrontkomödie DIE HEIMKEHR DES ODYSSEUS über Geschlechterfragen anno 1918 [67]

 

Horst Claus: Star-Film-Verschnitt: INGE LARSEN (1923) [81]

 

Jürgen Kasten: Dunkle Dramatik auf dem Lande. Zurückgewinnung des Volkstümlichen in DAS GEHEIMNIS VOM BRINKENHOF (1923) [95]

 

Jürgen Kasten: Kunstambitionen und Volksfilm. Henny Portens Rückkehr zum publikumswirksamen Emotionskino in MUTTER UND KIND (1924) [107]

 

Jeanpaul Goergen: „Lieb, sanft und deutsch“. Henny Porten im Lustspiel DIE GROSSE PAUSE (1927) [125]

 

Jürgen Kasten: Star-Höhepunkte als populäre Entwicklungsgeschichte. Zweitverwertung mit Filmausschnitten im Querschnittfilm HENNY PORTEN. LEBEN UND LAUFBAHN EINER FILMKÜNSTLERIN (1928) [137]

 

Oskar Kalbus: Begleitvortrag zu HENNY PORTEN. LEBEN UND LAUFBAHN EINER FILMKÜNSTLERIN (1928) [163]

 

Jeanpaul Goergen: Vom Tonbild zum Tonfilm. Henny Porten singt und spricht [169]

 

Jeanpaul Goergen: Auswahlbibliografie [178]

 

Autoren [183]

 

Bildnachweis [184]

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Termine Buchvorstellungen

 

Das Zeughauskino in Berlin und das Filmmuseum Potsdam zeigen am 4. Mai und am 26. Mai anlässlich der Vorstellung des Bandes zwei lange als verschollen geglaubte Filme mit der volkstümlichen Diva: „Das Geheimnis vom Brinkenhof“ (1923) ist ein düsteres Melodram, das auf einem Gut im Sauerland spielt. „Mutter und Kind“ (1924) erzählt von den inneren Kämpfen einer Leihmutter, die sich nicht von ihrem Kind trennen kann. Beide Filme sind als künstlerische Volks- bzw. Heimatfilme konzipiert und versuchen, vor allem das bodenständige Stammpublikum der Porten auf dem Lande anzusprechen. Sie galten lange als verschollen und wurden vor einiger Zeit vom Bundesarchiv-Filmarchiv gesichert. Herausgeber Jürgen Kasten wird die Filme einführen.