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Wiederentdeckt 127

Hommage für Hilde Hildebrand
JENNY UND DER HERR IM FRACK (D 1941, R: Paul Martin)

4. April 2008, Zeughauskino, 19.00 Uhr

Hommage für Hilde Hildebrand

Konzeption und Einführungen: Renata Helker

Im Film ist Hilde Hildebrand vornehmlich im Genre der Komödie in Erscheinung getreten. Als damenhaft Verruchte, raffinierte Geliebte, spöttische Verführerin oder kluge Genießerin verlieh sie dem Typ des Vamps eine selbstironische Form, in der das Weibliche als ein Spiel mit gesellschaftlichen Konventionen, sozialen Rollen und erotischen Maskeraden entfaltet wird. Die am 10. September 1892 in Hannover geborene Hilde Hildebrand verfügte über eine mehrjährige Schauspielerfahrung an Berliner Bühnen, als sie ab 1931 regelmäßig im deutschen Film mitwirkte. Obwohl sie meist nur in Nebenrollen auftrat, wurde sie wegen der Virtuosität ihres komödiantischen Schauspiels zu einem der führenden weiblichen Stars des Filmlustspiels. Höhepunkte ihrer Darstellungen sind die von ihr vorgetragenen Chansons wie "Liebe ist ein Geheimnis" oder "So war die Frau von Eschebach", in denen sie der Form selbstironischer Performance weitere Facetten hinzufügte. Hilde Hildebrand starb am 27. Mai 1976 in ihrer Wahlheimat Berlin.

 

JENNY UND DER HERR IM FRACK
D 1941, R: Paul Martin, D: Johannes Heesters, Gusti Huber, Hilde Hildebrand, Oskar Sima, 89’


Eine Kriminalkomödie – Jenny (Gusti Huber) ist eine hübsche junge Frau, sie hat Kriminalistik studiert und arbeitet in der Versicherung ihres Vaters an der Aufklärung von Diebstählen. Gegenwärtig versucht sie, einen Fall in einem berühmten Hotel Kopenhagens aufzuklären. Der Chansonette Lilly (Hilde Hildebrand) ist während ihres Auftritts in der Bar ihr versicherter Schmuck gestohlen worden. Bei ihren Nachforschungen stößt sie immer wieder auf einen Herrn im Frack, der sich irgendwie verdächtig benimmt. Tatsächlich ist dieser Herr Peter Holm (Johannes Heesters) ein Mitarbeiter ihres Vaters. Gemeinsam versuchen sie, den Juwelendieb zur Strecke zu bringen.
Ihre erotische Erfolglosigkeit bei jungen Männern kompensiert die Sängerin Lilly Hegedus mit einem frivolen Chanson: „So war die Frau von Eschebach, sie machte alle Männer schwach“. Ein Chanson, das Hilde Hildebrand mit selbstironischer Überlegenheit vorträgt, während sie verführerisch-elegant mit einem opulenten Straußenfächer spielt.


Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv