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Wiederentdeckt 131

Hommage für Margo Lion

DIE GROSSE ATTRAKTION (1931, R: Max Reichmann)

26. April 2008, Zeughauskino, 21.00 Uhr

Hommage für Margo Lion

Konzeption und Einführungen: Jeanpaul Goergen

Die überschlanke Gestalt, die ungewöhnliche Bassstimme und eine exzentrische Gestik sind ihre unverwechselbaren Merkmale. Im Berlin der 20er Jahre ist die 1900 in Konstantinopel von französischen Eltern geborene Margo Lion als Chansonnière und Schauspielerin ein Star der Kabarett- und Revueszene. 1933 emigriert sie nach Frankreich, wo sie eine zweite Karriere als Brecht-Interpretin einschlägt und in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mitwirkt. Im Rahmen der Berliner Festwochen tritt sie 1977 noch einmal mit ihren Chansons in Berlin auf. Margo Lion stirbt 1989 in Paris. – Zwischen 1926 und 1932 ist Margo Lion auch in zehn Spielfilmen zu sehen. Es sind nur kurze Szenen, in denen sie als komisch-verrückte Type oder als Sängerin in Erscheinung tritt. Doch jeder Auftritt wird zum Ereignis. Unvergessen ihre Jenny in der französischen Fassung der 3-GROSCHEN-OPER (1931) von G. W. Pabst.

DIE GROSSE ATTRAKTION
D 1931, R: Max Reichmann, D: Richard Tauber, Marianne Winkelstern, Margo Lion, Siegfried Arno, 80’


Sängerfilm mit Richard Tauber. „Um es vorwegzunehmen: der gesanglich und tonlich reizvollste Tauberfilm, den man bis jetzt kennt. Tauber ist strahlender, hinreißender denn je...“ (LichtBildBühne). Der Sänger Riccardo ist Leiter einer vierzigköpfigen erfolgreichen Varieté-Truppe. Das quirlige Tanz-Girl Kitty aus einer anderen Gruppe verliebt sich in ihn und drängt sich mit einem frechen Trick in seine Truppe. Aber Riccardo hängt immer noch seiner ehemaligen Frau nach – bis er sie wiedertrifft und feststellt, dass sie sich fremd geworden sind und er tatsächlich nur Kitty liebt... – Die große Attraktion entsteht zum Teil auf der großen Bühne des Berliner Varieté Wintergarten und enthält zahlreiche artistische Glanznummern. Wie ein roter Faden ziehen sich die komischen Auftritte des stets zerstrittenen Artistenpaares Juane (Margo Lion) und Selite (Siegfried Arno) durch die Handlung: „Margo Lion ist hervorragend in ihrer mondänen Hysterie, Siegfried Arno zurückhaltender als sonst, verinnerlichter und dennoch eindringlicher.“ (Der Film) „Ausgezeichneter, bei einem besseren Publikum entscheidender Erfolgsfaktor Margo Lion. Ihre verrückt-nervöse Juane ist eine Figur, die den Rahmen des Films sprengt. (...) Herrlich ein paar kurze Szenen zwischen Arno und der Lion!“ (LichtBildBühne)


Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv