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Wiederentdeckt 167

DAS ENDE VOM LIEDE (1915, R: Rudolf Biebrach, D: Henny Porten, Ludwig Trautmann, Rudolf Biebrach, Paul Conradi) 56’ + DER SCHIRM MIT DEM SCHWAN (1916, R: Carl Froelich, D: Henny Porten, Margarete Ferida, Hans Junkermann, Max Adalbert), 39’

Zeughauskino, 26. Oktober 2010, 20.00 Uhr

Ein mehrmals stehen gelassener Regenschirm sowie eine Reihe gewollter und ungewollter Verwechslungen bilden die Zutaten für den Schwank DER SCHIRM MIT DEM SCHWAN. Ganz entgegen ihrem Image als "mütterliche Venus und leidendes Weib" (Knut Hickethier, Henny Porten – Der erste deutsche Filmstar, 1986) ist sie hier als die lebensfrohe amerikanische Witwe Bark besetzt, die sich in neckischer Kameraderie mir ihrer Freundin, der Baronesse Schenkenberg, einen Spaß daraus macht, den Lebemann Graf Wolff zu Bretz in ein Verwirrspiel zu stürzen, aus dem er sich nicht mehr befreien kann. Ganz nebenbei entledigen sich die zwei selbstbewussten Frauen eines unsympathischen Verehrers der Witwe, die stattdessen ein Auge auf den gewitzten, ihr aber hilflos ausgelieferten Grafen geworfen hat. Nach der Auflösung der Maskeraden steht dem Glück der beiden nichts mehr im Wege. "Henny Porten ist zu selten in einer lustigen Rolle herausgestellt worden. Jedenfalls zeigt sie in dieser ihrer neuesten Leistung auch eine neue Seite ihrer vielseitigen Begabung... Hoffentlich schenkt sie uns noch öfter solchen erquickenden Anblick." (Der Kinematograph, 12.4.1916) – Die Tragödie DAS ENDE VOM LIEDE, zu der Henny Porten auch das Drehbuch verfasste sowie die Entwürfe zu den Bauten zeichnete, zeigen wir in der rekonstruierten Fassung des eye Film Instituut Nederland aus dem Jahr 2009.

 

Kopien: DAS ENDE VOM LIEDE (eye Film Instituut Nederland), DER SCHIRM MIT DEM SCHWAN (Bundesarchiv-Filmarchiv)

 

Einführung: Dirk Förstner, Mitarbeiter der Kinemathek des Deutschen Historischen Museums