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Wiederentdeckt 189

EIN WALZERTRAUM, D 1925, R: Ludwig Berger, B: Robert Liebmann, Norbert Falk, K: Werner Brandes, D: Willy Fritsch, Mady Christians, Xenia Desni, Lydia Potechina, Julius Falkenstein, Jakob Tiedtke, ca. 105' 35 mm, Zeughauskino, 6.7.2012, 18.30 Uhr

 
Eine spritzige Operette mit Wiener Flair. Der fesche Graf Nik (Willy Fritsch) muss wegen eines voreiligen Kusses die Prinzessin Alix von Flausenthurn (Mady Christians) heiraten, obwohl er sich viel lieber beim Heurigen mit der Geigerin Franzi (Xenia Desni) vergnügt. Doch Alix kämpft um Nik und verwandelt sich in eine waschechte Wienerin. Der große, leider in Vergessenheit geratene Film- und Theaterregisseur Ludwig Berger (1892-1969) inszeniert diese federleichte Sommerfantasie mit einer Grazie und Anmut, mit einer kunstvollen und ironisch gebrochenen Verspieltheit, die ihresgleichen sucht. Alles Schablonenhafte ist ihm fremd. Willy Haas kann da nur schwärmen, nicht zuletzt über die Kameraarbeit von Werner Brandes: „Diese Leistung ist so unerhört, daß man den Walzertraum als einen der bestphotographierten deutschen Filme überhaupt bezeichnen muß. Alle die fabelhaften Wirkungen, die wir bis jetzt in amerikanischen Filmen nicht ohne Neid bewundern mußten, werden hier erreicht, manchmal sogar noch übertroffen. (...) Und die zahllosen sichtbaren und unsichtbaren Tricks? Gehet hin, seht, bewundert – und lernt!“ (Film-Kurier, 19.12.1925). Walzertraum wird vorgestellt von Christian Rogowski, Professor für deutsche Literatur und Film am Amherst College in Massachusetts (USA) und Herausgeber des Buches The Many Faces of Weimar Cinema (2010). (ps)

Klavierbegleitung: Peter Gotthard

Einführung: Christian Rogowski