17.04.2026, 17:30 Uhr, im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.
In den Jahren 1941 bis 1944 ließ die Stadt Stuttgart eine filmische Kriegschronik erstellen, die – wie es in der Verfügung des damaligen NS-Oberbürgermeisters Karl Strölin hieß – die „Leistungen der Stadtverwaltung im Krieg“ auf Zelluloid festhalten sollte. 58 Filme mit einer Lauflänge von 7.800 Metern, schwarz-weiß und stumm auf 16mm-Schmalfilm gedreht, sind in diesem Zusammenhang entstanden.
Aufgenommen wurden die Filme von dem in Düsseldorf geborenen Regisseur und Produzenten Jean Lommen (1892-1974). Seine Kriegsfilmchronik wirkt auf den ersten Blick dokumentarisch. Die Filmaufnahmen sind aber NS-Propaganda, weil sie die Leistung der Stadtverwaltung im Krieg überbetonen. Sie suggerieren, dass trotz des Krieges der Alltag der Großstadt reibungslos zu laufen scheint. Viele Aspekte der NS-Herrschaft und des Krieges werden nicht gezeigt, etwa die Gewalt gegen politisch Andersdenkende und gegen die jüdische Bevölkerung.
Mit unter anderem:
Lebensmittel-Sonderverkaufsstelle für Juden in der ehem. Gastwirtschaft „Zum Kriegsberg“ (1941)
Benutzung städtischer Plätze zur Gemüsepflanzung (AT) (1942)
Verwundetenfahrt im Aussichtswagen der Stuttgarter Straßenbahnen (1943)
Einführung: Günter Riederer
