10.04.2026, 17:30 Uhr und 13.04.2026, 19:00 Uhr im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.
Kaum eine historische Figur hat so viel Anlass zu künstlerischer Imagination gegeben wie Jeanne d’Arc. Als Jugendliche führte sie während des Hundertjährigen Krieges erst Armeen in die Schlacht, dann wurde sie gefangengenommen und mit 19 Jahren auf einem Scheiterhaufen wegen Ketzerei verbrannt. Friedrich Schiller, Bertolt Brecht und George Bernhard Shaw widmeten ihr Theaterstücke, Carl Theodor Dreyer, Robert Bresson und Jacques Rivette Filme mit Renée Jeanne Falconetti, Milla Jovovich und Sandrine Bonnaire in den Hauptrollen.
Die bis heute einzige deutsche Filmadaption entstand zur Zeit des Nationalsozialismus. In Das Mädchen Johanna spielt Jeanne d’Arc – wie der paternalistische Titel bereits andeutet – allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen erscheint ihr Martyrium als Spielball für korrupte Eliten und eine zynische Machtpolitik auf beiden Seiten des Konflikts, verkörpert insbesondere in den Rollen von Gustaf Gründgens (König Karl VII. von Frankreich) und Heinrich George (Herzog von Burgund). Das Mädchen Johanna ist die einzige Produktion, bei der die beiden bedeutenden Schauspieler (und Profiteure des NS-Regimes) gemeinsam vor der Kamera standen.
Einführung am 10.04.: Max Grenz
