21.08.2026, 17:30 Uhr, im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.
Nur wenige Frauen konnten sich im deutschen Kulturfilm der 1930er und 1940er Jahre derart etablieren wie Herta Jülich, die insbesondere als Spezialistin für Mikroaufnahmen, aber auch als Regisseurin und Cutterin arbeitete. Geboren 1897, kommt sie 1923 nach ihrer Ausbildung zur technischen Assistentin und Fotolaborantin an der Lette-Schule in Berlin zur Ufa. Dort ist sie zunächst bei der Wochenschau tätig, anschließend in der Kulturabteilung, die populärwissenschaftliche Kurzfilme für das Vorprogramm der Kinos herstellt.
In Detektiv Mikroskop (1931) enthüllt Herta Jülich die Struktur einer photographischen Platte und das Wesen der Fortpflanzung. Ihre Aufnahmen kleinster Lebewesen bilden einen unverzichtbaren Bestandteil vieler biologischer Kulturfilme, darunter Mysterium des Lebens (1937) und Welt im Kleinsten (1943). Als Cutterin montiert Jülich ausländische Dokumentarfilme wie die französische Produktion Im Reiche Arelat (1937) und Städteporträts wie den Berlin-Film Weltstadt am Wasser (1937).
Nach 1945 arbeitet sie weiterhin als Cutterin und Produktionsassistentin bei Kultur- und Werbefilmen für die Nachkriegs-Ufa, wo 1955 der Beiprogrammfilm Handwerkskunst in Ost- und Mitteldeutschland entsteht. Herta Jülich stirbt 1960.
Einführung: Jeanpaul Goergen
