03.07.2026, 20:00 Uhr und 06.07.2026, 19:00 Uhr im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.
Im Trypheme genannten Utopia spielt Emil Jannings einen Herrscher mit 365 Königinnen – je eine für jeden Tag des Jahres. Während König und Untertanen größte Freiheit genießen, leben die Ehefrauen nach striktem Reglement. Dagegen rebellieren sie, nachdem ein junger Flieger im Inselstaat landet, sich in Pausoles Tochter verliebt und das Gewohnte aller ins Wanken gerät. Aufstand!
Einst Praktikant bei Max Reinhardt, dann Student der Filmregie in Schweden und Gründer des Jüdischen Theaters in der Sowjetunion der 1920er Jahre inszenierte Granowsky noch vor seiner Flucht vor den Nationalsozialisten dieses parodistische Ausstattungsmärchen mit großer Liebe zum Absurden und einem internationalen Ensemble in Frankreich in einer französischen und einer deutschen Version. Letztere wurde von der deutschen Filmprüfstelle verboten.
Nach der Uraufführung in Wien lobte die Kritik unisono Jannings Spiel und die herausragende Ausstattung, attestierte der Handlung indes Schwächen. Im Grazer Tageblatt etwa liest man am 9. September 1933: „Ein ganz eigenartiges, bizarres Filmwerk. Soll man es in Grund und Boden verdammen oder verdient es hohes Lob? Beide extremen Urteile werden ihre Anhänger finden – ein Beweis dafür, daß ein Filmmann einmal etwas völlig Neues herausgebracht hat, über dessen Qualität man sich den Kopf zerbrechen kann.“
Einführung am 03.07.: Mathilde Frank
