13.11.2026, 17:30 Uhr, im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.
Bevor sich der Tierfilmer Heinz Sielmann mit der NDR-Reihe Expeditionen ins Tierreich (1965–2000) einen festen Platz in der Fernsehgeschichte sicherte, schrieb er Kinogeschichte: Am 16. April 1950 begleiteten Jagdhörner im Palast-Theater in Hannover die festliche Uraufführung des ersten deutschen Kulturfilms in Spielfilmlänge nach dem Zweiten Weltkrieg.
In Das Lied der Wildbahn ist es „nicht der Jäger mit der Waffe, sondern die stets schußbereite Kamera“, die sich an die Fauna der Lüneburger Heide, die Wälder des Weserberglandes und des Weidelands der Emsniederung „heranpirscht“ (Die Filmwoche 18/1950). Wisente, Rot- und Damwild, Jungfüchse und Wildgänse, Hühnerhabichte und Siebenschläfer wurden „mit getarnten Tonfilm- und Tele-Apparaturen (…) aus der Froschperspektive des bemoosten Bodens und aus der Vogelperspektive geästelter Baumkronen aufgenommen.“ (Spandauer Volksblatt, 6.10.1950)
Fast zwei Jahre Produktionszeit standen Sielmann und seinen Assistenten Georg Schimanski und Friedrich Wilhelm Reimers unter der Produktionsleitung Willi Mohaupts vom Hamburger Institut für Film und Bild zur Verfügung, um im Schnitt eine Erzählung im Rhythmus der Jahreszeiten zu verdichten.
Einführung: Maja Roth
